Der Aufbau des Kompetenznetzes HepatoSys

Das vom BMBF geförderte Kompetenznetzwerk HepatoSys bestand in der ersten Förderphase (2004-2006) aus drei interdisziplinären Netzwerken, die sich mit der Umsetzung spezifischer Fragestellungen zur Detoxifizierung, zur Endozytose  und zur Regeneration in Leberzellen befassten. Mit Beginn der zweiten Förderphase (2007-2009) kam das Netzwerk Eisenregulation neu hinzu.
Technologisch unterstützt werden die Netzwerke bei Ihrer Arbeit durch Plattformen für Zellbiologie und Modellierung. Ihre Schwerpunkte sind die Entwicklung geeigneter Hepatozyten-Zellkultursysteme und die Etablierung einer übergreifenden Daten-, Modellierungs- und Simulationsplattform für den Gesamtverbund.

Ohne Struktur kein Inhalt: zur Historie von HepatoSys

Während der ersten Förderphase der HepatoSys-Konsotiums von 2004 bis 2006, stand für das Gesamtnetzwerk zunächst der Aufbau einer funktionierenden Infrastruktur im Vordergrund. Heute arbeiten 40 Teams in den vier regionalen Netzwerken Detoxifikation, Eisenstoffwechsel, Endozytose und Regeneration sowie den zwei überregionalen Plattformen Zellbiologie und Modellierung mit vergleichbaren Zellen und nach gemeinsamen Laborprotokollen. Das zentrale Daten Management sorgt dafür, jedes wissenschaftliche Ergebnis allen Mitgliedern zugänglich zu machen. Ausgerüstet mit diesen Werkzeugen startete HepatoSys zu Beginn des Jahres 2007 in die zweite Förderperiode. Bis Ende 2009 stehen nun alle Aktivitäten im Zeichen der ergebnisorientierten Forschung.

Um den Anforderungen bei der Modellierung von Hepatozyten gerecht zu werden wird von den Arbeitsgruppen der vier Netzwerke als auch den Mitgliedern der Plattformen ein hohes Maß an Kooperation und interdisziplinärer Kommunikation erwartet. Allen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern steht hierfür ein Intranet zur Verfügung, das den schnellen und interaktiven Informationsaustausch von Adressen, Standardisierungsprotokollen (SOPs), allseits relevante Anweisungen und anderen Dokumente von Interesse gewährleistet. Dafür ist das zentrale Projekt Management von HepatoSys verantwortlich.

Über den Tellerrand

Der Wissenstransfer im Kompetenznetzwerk liegt aufgrund der interdisziplinären Zusammenarbeit und zahlreicher externer Kooperationen auf hohem Niveau. Die Anzahl der dem Verbund beitretenden Firmen nimmt stetig zu. Begünstigt wird diese Entwicklung dadurch, dass die regionalen Netzwerke an wichtigen Biotechnologie‐Standorten in Deutschlands angesiedelt sind. So befindet sich das Netzwerk Regeneration mit seinen Hauptstandorten Freiburg und Heidelberg in direkter Nachbarschaft zu den sehr renommierten medizinischen Kliniken dieser Städte und zum Bio-Valley e.V., das Unternehmen und Forschungseinrichtungen aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz vereint. Das Netzwerk Detoxifikation pflegt enge Kontakte zu Industrie für Verfahrenstechnik in der Region Stuttgart.

Das Kompetenznetz erfreut sich auch über die Grenzen Deutschlands hinweg großer Anerkennung. Im Jahr 2006 und 2008 machte HepatoSys als Organisator der Konferenz "Systems Biology of Mammalian Cells" (SBMC) international auf sich aufmerksam. Im Rahmen des Health-Programms der Europäischen Union wurde HepatoSys zu Beginn des Jahres 2008 die Finanzierung von CancerSys bewilligt, einem Vorhaben das sich der Erforschung von Leberkrebs widmet. Mit diesem Projekt, das im Oktober 2008 startete, dehnt HepatoSys seine Aktivitäten erstmals auf europäische Ebene aus.